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Projekt 620

Projekt 620 Bau

Unter diesem Namen fand im Jahr 2018 der Zubau von zwei neuen Blockheizkraftwerken (BHKW) zur Stromerzeugung an unserem Standort Ottersberg statt.

Wie auch alle vorhandenen BHKW kommen die beiden Neuen aus dem Hause Jenbacher aus Österreich. Dieses mal sind sie allerdings ein paar Nummern größer...

Die Bezeichnung 6 20 bedeutet, dass jeder Zylinder 6 Liter Hubraum hat und der Motor 20 Zylinder (V20).

Für die Technik-Freaks: 120l Hubraum, Vorkammer-Zündung, Ladedruck 3,60 bar Leanox-Magerbetrieb - Lambda 1,8…

Mit dieser Größe und Bauform kommt er unter dem Einsatz von Biogas auf 3119 KW mechanische Leistung. Der angeschlossene Generator schafft es dann aus den 3119KW zugeführter Leistung 3054KW/h Strom zu produzieren.

Der ganz entscheidende elektrische Wirkungsgrad des Gesamtaggregates liegt aufgrund der Baugröße und dem technischen Fortschritt laut Hersteller bei 44,2%. Im Vergleich zu unseren alten BHKW (welche nur bei ca. 37% lagen) sparen wir dauerhaft 19,5% an Biogas ein (44,2/37-1). Dies bedeutet auch 19,5% weniger Rohstoffe, 19,5% weniger Anbaufläche, 19,5% weniger Transporte.

Dadurch sind beispielsweise umgerechnet ca. 10.000to weniger Mais nötig und somit ca. 250 Hektar weniger Anbaufläche.

Diese Motoren sind die größten auf einer deutschen Biogasanlage. Wir sind stolz nun auch im Bereich BHKW-Technik erneut Vorreiter in unserer Branche zu sein.

Die Planung zu diesem Projekt begann bereits im Jahr 2017. Der Bau startete dann im Juni 2018. Die Ersteinspeisung fand im Dezember 2018 statt.

Derzeit wird jeweils ein neues BHKW 620 konstant bei Volllast betrieben, das zweite BHKW wird zukünftig gemeinsam mit den 5 bisherigen BHKW´s zusammen für Regelenergie-Stromerzeugung zur Verfügung stehen. Dabei übernimmt der Direktvermarkter oder Netzbetreiber die Leistungsregelung der BHKW, um schwankende Stromerzeugung / Strommenge im Netz durch die zunehmende volatile Stromerzeugung durch Wind und Photovoltaik über diese Leistungsregelung auszugleichen.

Neubau eines innovativen Gärproduktlagers

Gaerproduktlager Neubau

Die Benas-Biogasanlage GmbH plant am Standort Ottersberg einen Gärproduktbehälter zu bauen.

Dieser Behälter soll dem Zweck dienen die Verweildauer der landwirtschaftlichen Rohstoffe in der Biogasanlage zu verlängern. Dadurch kann erreicht werden, dass aus jeder Tonne Input mehr Gas produziert werden kann. Dieses hat dann zwangsläufig zur Folge, dass weniger LKW-Anlieferungen nötig sind und in gleichem Verhältnis auch weniger Gärprodukt abtransportiert werden muss.

Über Gärversuche von 2 unabhängigen Laboren (IBS-GmbH aus Bremen und GNS-mbH aus Halle) wurde bestätigt, dass bei einer Verlängerung der Verweildauer um 40 Tage pro Tonne-Trockensubstanz Gärprodukt zusätzlich ca. 120m³ Biogas erzeugt werden können.

Dies entspricht einer Einsparung auf der Rohstoffseite von 7241 to Maissilage.

Bei einer durchschnittlichen LKW-Ladung von 25to können somit 289 LKW-Anlieferungen pro Jahr eingespart werden.

Dementsprechend sind es zusätzlich ca. 231 LKW-Ladungen die auch hinterher nicht wieder weggebracht werden müssen (ca. 80% der Rohstoffmenge wird am Ende des Gärprozesses wieder ausgebracht).

Neben den Einsparungen von 520 LKW-Transporten müssen dadurch auch ca. 181ha weniger Mais angebaut werden.

Die Gasproduktion auf dem Standort wird nicht erhöht. Es wird nur weniger gefüttert für die gleiche Gasproduktion.

Das Gas wird wie auf den anderen Behältern auch auf dem neuen Behälter in einem gasdichten Gasspeicher gesammelt und anschließend verstromt oder zu Erdgas aufbereitet.